Wieder mehr Wintervögel

NABU-Aktion "Stunde der Wintervögel"

14. Februar 2018

Auch in unserer Nachtigallenoase wurden wieder Vögel gezählt (Foto: Olaf Koch)
Auch in unserer Nachtigallenoase wurden wieder Vögel gezählt (Foto: Olaf Koch)

Der Haussperling bleibt in Sachsen-Anhalt die Nummer eins. Bei der großen Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ wurde die Rangfolge aus dem letzten Jahr bestätigt. Hinter dem Spatz folgen Kohlmeise und Feldsperling.

Im Salzlandkreis zählten 212 Vogelfreunde über 6.400 Vögel. Auch hier gewinnt der Haussperling, allerdings belegt der Feldsperling den zweiten Platz und die Kohlmeise wird Dritter.  

 

Es fragten sich vor der diesjährigen NABU-Aktion „Stunde der Wintervögel“ viele Menschen erstaunt, wo die Vögel in diesem Winter geblieben sind. Zeitweise ließen sich an den Futterstellen sowie in Gärten und Parks weniger Vögel blicken. „Die Sorge um ausbleibende Vögel im Dezember hat viele Vogelfreunde beschäftigt“, sagt NABU- Landesgeschäftsführerin Annette Leipelt. Zur „Stunde der Wintervögel" konnten dann wieder mehr gefiederte Freunde beobachtet werden.

Während beim Haus- und Feldsperling nur wenig Veränderung zum Vorjahr zu verzeichnen war, nahmen landesweit Rotkehlchen, Amsel und Buchfink um rund ein Fünftel ab. Zunahmen waren dagegen bei Blau- und Kohlmeise zu verzeichnen, aber auch Grünfink, Stieglitz und Kleiber wurden wieder häufiger gesichtet.

Hingegen sind im Salzlandkreis - bis auf den Buchfinken - erfreulichweise keine merklichen Abnahmen ersichtlich.

 

In Sachsen-Anhalt konnte die Anzahl der Melder aus den Landkreisen und kreisfreien Städten sich von 2.480 aus dem Vorjahr auf 2.591 steigern. Die fleißigsten Zähler kommen aus dem Harz, der kreisfreien Stadt Magdeburg und aus dem Burgenlandkreis sowie aus dem Saalekreis und dem Landkreis Börde. Insgesamt wurden 75.595 Vögel in unserem Bundesland gezählt und damit mehr als im letzten Jahr (66.276 Vögel).

Die Rangliste der Vogelarten und weitere Ergebnisse aus Sachsen-Anhalt

 

Die Zahl der Melder (von 236 auf 212) und die gemeldeten Vögel (von 6.844 auf 6.407) aus dem Salzlandkreis nahmen im Vergleich zum Vorjahr ab.

Die Rangliste der Vogelarten und weitere Ergebnisse aus dem Salzlandkreis 

 

In unserer Nachtigallenoase zählten 13 Vogelfreunde insgesamt 60 Vögel von neun Arten. Zu den dortigen vorherigen Ergebnissen

 

Bundesweit hat die achte "Stunde der Wintervögel" alle Rekorde gebrochen: 136.000 Teilnehmer meldeten über 3,5 Millionen Vögel, so viele Vögel wie nie zuvor. Häufigster Wintervogel in der Gesamtauswertung aller Bundesländer wurde auch hier der Haussperling, gefolgt diesmal von der Kohlmeise und der Blaumeise. Der Feldsperling belegt bundesweit den vierten Platz.

 

Der NABU bedankt sich bei allen Teilnehmern!

Bestände des Gesangskünstler nehmen ab

NABU und LBV haben den Star zum Vogel des Jahres gewählt/ Vortrag am 23.2.

2. Februar 2018

Star an Bruthöhle (Foto: Detlef Pickut)
Star an Bruthöhle (Foto: Detlef Pickut)

Der Bestand des Stars in Deutschland schwankt jährlich zwischen 3 und 4,5 Millionen Paaren, je nach Nahrungsangebot und Bruterfolg im Vorjahr. Das sind zehn Prozent des europäischen Starenbestandes, der bei 23 bis 56 Millionen liegt. Der Star ist zwar bekannt als Allerweltsvogel – den Menschen vertraut und weit verbreitet, doch seine Präsenz in unserem Alltag täuscht, denn der Starenbestand nimmt ab. Es fehlt an vor allem an insektenreichen Nahrungsflächen. Der schillernde Geselle ist ein typisches Beispiel für den stillen Rückgang der häufigen Vogelarten.

In Sachsen-Anhalt ist der Star zwar fast flächendeckend verbreitet und in der aktuellen Roten Liste Sachsen-Anhalts mit 100.000 bis 200.000 Brutrevieren als "häufig" eingestuft, aber lang- und kurzfristig verzeichneten die Experten eine Abnahme um mehr als 20 % des Brutbestandes! Somit zählt nun auch er zu den Vogelarten in der Kategorie "Vorwarnliste" mit stark rückläufigem Bestand, der besonders beobachtet werden muss. Gelingt es nicht den Negativtrend zu stoppen, wird auch er bald zu den stärker gefährdeten Arten zählen.

 

Gründe für seinen Rückgang sind der Verlust und die intensive Nutzung von Weiden, Wiesen und Feldern, auf denen der Star nicht mehr genug Würmer und Insekten zum Fressen findet. Werden Nutztiere nur im Stall gehalten, fehlt der Mist, der Insekten anlockt. Biozide und Agrochemikalien vernichten zudem weitere Nahrungstiere. Die Nahrung des Stars ist abhängig von den Jahreszeiten. Im Frühjahr stehen Kleintiere aus dem Boden auf dem Speiseplan. Im Sommer und Herbst schätzen Stare zusätzlich Früchte und Beeren. Beerentragende Hecken zwischen den Feldern sucht man vielerorts ebenfalls vergebens.

 

Angepasst hat sich der Star an die Stadt: Der urbane Geselle nutzt Nistkästen oder Hohlräume an Dächern und Fassaden zum Nestbau. Parkanlagen, Friedhöfe und Kleingärten liefern ihm Nahrung. Doch auch dort droht ihm Lebensraumverlust durch Bauvorhaben, Sanierungen oder Verkehrssicherungsmaßnahmen.

 

Obwohl als „Allerweltsvogel“ betitelt, ist der diesjährige "Vogel des Jahres" doch eher der „Star“ unter den Vögeln. Bewundert werden seine Schwarmflüge im Herbst, die als einzigartiges Naturschauspiel gelten. Im Frühjahr sticht das Starenmännchen durch sein metallisch glänzendes Gefieder heraus. Im Spätsommer nach der Mauser ist das gesamte Gefieder dicht weiß gefleckt, einem Perlmuster ähnlich.

Zum Gesamtpaket dazu kommt sein Talent der Imitation: Der Star kann andere Vögel und Umgebungsgeräusche perfekt nachahmen und in seinen Gesang einbauen. Zu hören sind dann auch Handyklingeltöne, Hundebellen oder Alarmanlagen.

 

Abhängig von seinem Lebensort ist der Jahresvogel Kurzstreckenzieher, Teilzieher oder Standvogel. Mitteleuropäische Stare ziehen zum Großteil bis in den südlichen Mittelmeerraum und nach Nordafrika. Die maximale Zugstrecke liegt bei 2.000 Kilometern. Manche Stare verzichten vermehrt auf lange Reisen und überwintern vor allem im Südwesten Deutschlands. Im Herbst sind die imposanten Schwarmwolken aus vielen tausend Staren am Himmel zu sehen, wenn sie während des Zuges an einem Schlafplatz Rast machen.

 

Wir laden alle interessierten Vogelfreunde zum Vortrag über den Star am 23. Februar um 19 Uhr in das Hotel "Domicil" in der Friedrichstraße 98a ein. Michael Wunschik wird den "Vogel des Jahres" dann näher vorstellen. 

 

Die Veranstaltung ist kostenfrei; jedoch wird um eine Spende gebeten.

 

Weitere Infos zum "Vogel des Jahres 2018"

Wir bestehen seit 10 Jahren!

Karlheinz Schuppe auf Mitgliederversammlung geehrt

22. Januar 2018

Am vergangenen Sonnabend fand unsere Mitgliederversammlung statt. 14 Mitglieder und fünf Gäste folgten unserer Einladung. Der Vorsitzende, Michael Wunschik, wies darauf hin, dass wir vor fast 10 Jahren die NABU Gruppe Schönebeck gründeten und mit Stolz auf eine vorzeigbare Naturschutzarbeit verweisen können. Das Jubiläum nahmen wir zum Anlass, um den Initiator der Gründung, Ideengeber und herausragendes aktives Mitglied, Karlheinz Schuppe, zu danken. 2013 erhielt Karlheinz für sein Engagement den Umweltpreis des Landes Sachsen-Anhalt.

Nachfolgend wurden Berichte über unsere Tätigkeit im letzten Jahr, über die Finanzen und über die Kassenprüfung abgehalten. Insbesondere der Bericht des Vorstandes (Tätigkeitsbericht) nahm größere Zeit in Anspruch, um alle Aktivitäten im Jahresverlauf darzustellen. Er ist nachfolgend als Datei herunterladbar.

Hannelore Ziepert vom Grünflächenamt der Stadt Schönebeck überbrachte Grüße und Glückwünsche vom Oberbürgermeister Bert Knoblauch. Er konnte diesmal nicht teilnehmen, da zeitgleich der Neujahrsempfang stattfand. Sie nutzte die Gelegenheit, um auf "grüne" Planungen im Stadtgebiet hinzuweisen.   

Nach zwei Wahlen folgte nach dem Mittagessen die Vorstellung des Arbeits- und Veranstaltungsplanes 2018. Der Veranstaltungsplan ist unter Termine als Datei eingestellt.

 

Das Schlußwort wurde genutzt, um sich bei allen NABU-Mitgliedern unserer Gruppe, dem NABU-Landesverband, unseren Partnern und dem Team vom Hotel Domicil zu bedanken.

 

Fotos: Gudrun Edner

 

Bericht des Vorstandes
Tätigkeitsbericht 2017
Vorstandsbericht MV 2017.pdf
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